Synopsis

Frustriert von einem korrupten System verlässt Yves seine Heimat Kamerun, um sein Glück in Europa zu suchen. Doch der Weg ist schwieriger als erwartet. Seit acht Jahren ist er unterwegs – und droht zu scheitern. Zuhause warten all jene Menschen, die ihm etwas bedeuten: Seine Schwester Annie, die seit seinem Fortgehen die Familie zusammenhält. Sein kleiner Bruder, der darauf hofft, dass Yves ihn nach Europa holt. Und der alte Vater, der erwartet, dass sein Sohn die Geschicke der Familie endlich zu einem Besseren wendet. Ein Film über Familie, den Traum von Europa und die Unmöglichkeit aufzugeben.

 

Ein Dokumentarfilm von Melanie Gärtner

 

© 2017 m-eilenweit & stoked film, 79 min

Credits

Buch, Regie
Melanie Gärtner

Kamera
Pola Sell, Melanie Gärtner

Ton
Roger Mboupda, Romeo Zaf

Schnitt
Christine Niehoff, Mirja Gerle

Musik
Ludwig Kuckartz

Improvisation
Siriki Coulibaly

Übersetzung
Serge Alain Nanfang Ouanko

Produktion
Sebastian Popp, Robert Malzahn

Produktionsbüro Kamerun
Eloi Bela Ndzana

Produktionsassistenz
Romeo Zaf

Digitale Bildbearbeitung
Tilman Friz

Re-recording Mixer
Bernhard Leimbrock

Sound Editor
Max Wanko, Bernhard Leimbrock

Förderung
HessenFilm und Medien, Brot für die Welt

Kommentar zur Entstehung

Die Geschichte dieses Films begann 2010. Damals drehte ich in der spanische Exklave Ceuta mit Menschen, die sich auf den gefährlichen Weg nach Europa gemacht hatten. Einer von ihnen war Yves aus Kamerun.

Zwei Jahre später erhielt ich eine Nachricht von ihm. Nach seiner Abschiebung war er wieder in Marokko und wollte erneut versuchen, nach Spanien zu gelangen. Ich brach auf und traf ihn wenig später in den Wäldern vor dem Grenzzaun um Ceuta. Es folgten zwei Jahre, in denen ich Yves in Marokko begleitete. Ich wurde in den Bann der Ereignisse gezogen, erlebte die Brutalität der marokkanischen Polizei, erhielt nächtliche Anrufe aus den Booten auf See, lernte Menschen kennen, die ein paar Tage später nicht mehr am Leben waren. Yves kannte die Umstände in Marokko genauso, wie seine schlechten Chancen in Europa Fuß zu fassen. Und dennoch schien all dies besser zu sein, als in Kamerun einen Neubeginn zu wagen. Warum?

Um das herauszufinden, flog ich 2014 nach Kamerun. Dort lernte ich Yves’ Familie kennen. Dass diese zum Thema meines Films werden sollte, wurde mir aber erst klar, als ich Yves nach der Reise ihre Bilder zeigte. Niemals zuvor hatte ich einen solchen Glanz in seinen Augen gesehen. Die Bilder berührten ihn tief und mein Konzept des Films erfuhr eine ungeahnte Wendung. In der Rolle der Botin pendelte ich nun zwischen den Welten der hoffnungsvollen Familie in Kamerun und Yves, der es nicht übers Herz brachte davon zu erzählen, dass sich der vielgeträumte Traum von Europa für ihn nicht zu erfüllen schien. Das Dilemma aufzulösen war unmöglich, und damit eine würdevolle Rückkehr.

Yves’ Geschichte erzählt vom Gehen und vom Bleiben, vom Taumeln und Wiederaufstehen, von der Süße geliebt zu werden und der Bitterkeit unerfüllter Erwartung.

Melanie Gärtner

Regie

Melanie Gärtner, Portrait

Melanie Gärtner studierte Ethnologie, Literatur und Journalismus in Frankfurt am Main und Berlin. Seit 2010 ist sie unter dem Label m-eilenweit als Filmemacherin und freie Autorin tätig. Zu ihren Themenschwerpunkten gehören Flucht und Migration, vor allem aus Afrika.

Ihre erste Arbeit „Im Land Dazwischen“ wurde mehrfach ausgezeichnet. Begleitend zum Film erschien das Buch „Grenzen am Horizont“ mit Reportagen über die Hintergrundgeschichten der Protagonisten. „Yves‘ Versprechen“ ist Melanie Gärtners erster abendfüllender Dokumentarfilm.

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