„Endlich wirft jemand einen anderen Blick auf ein Thema, das in den Medien so allgegenwärtig ist, wie Migration nach Europa. Melanies Neugier und ihre sehr persönliche Art Geschichten zu erzählen haben daraus einen bemerkenswerten Film gemacht.“

Raul Nino Zambrano, International Documentary Festival Amsterdam 2017

Synopsis

Yves ist seit acht Jahren unterwegs. In die Enge getrieben von dem korrupten System in seiner Heimat Kamerun bricht er auf, um sein Glück in Europa zu suchen. Er droht zu scheitern, aber eine Rückkehr ist ausgeschlossen. Zuhause wartet die Familie: Schwester Annie hält die vom Schicksal gezeichneten Geschwister zusammen. Der alte Vater ist krank und hofft auf heilende Medikamente. Und der kleine Bruder wartet sehnlich darauf, dass Yves ihn nach Europa holt. Warum ruft er nicht an? Und das schon so lange nicht? Sie alle warten auf Nachricht von Yves, denn in ihren Augen kann nur er ihr Leben zum Besseren wenden.

Ein Film über Familie, die Verheißung Europas und darüber, nicht scheitern zu dürfen.

 

Ein Dokumentarfilm von Melanie Gärtner

 

© 2017 m-eilenweit & stoked film, 79 min

Credits

Buch, Regie
Melanie Gärtner

Kamera
Pola Sell, Melanie Gärtner

Ton
Roger Mboupda, Romeo Zaf

Schnitt
Christine Niehoff, Mirja Gerle

Musik
Ludwig Kuckartz

Improvisation
Siriki Coulibaly

Übersetzung
Serge Alain Nanfang Ouanko

Produktion
Sebastian Popp, Robert Malzahn

Produktionsbüro Kamerun
Eloi Bela Ndzana

Produktionsassistenz
Romeo Zaf

Digitale Bildbearbeitung
Tilman Friz

Re-recording Mixer
Bernhard Leimbrock

Sound Editor
Max Wanko, Bernhard Leimbrock

Förderung
HessenFilm und Medien, Brot für die Welt

Director's Note

Yves habe ich bei den Dreharbeiten zu meinem ersten Film kennengelernt. Zwei Jahre später traf ich ihn in den marokkanischen Wäldern wieder. Müde, ausgemergelt, heimatlos. Er war abgeschoben worden und hatte sich sofort wieder auf den Weg gemacht. Nicht einen Augenblick hatte er darüber nachgedacht, in Kamerun zu bleiben, keinen weiteren, seiner Familie ein Lebenszeichen von sich zu geben. Wie konnte das sein? Warum war es so unmöglich zurückzukehren?

Ich erinnere mich noch gut daran, wie fassungslos ich war, als Yves mir erzählte, dass er es nach seiner Abschiebung aus Spanien nicht übers Herz gebracht hatte, seiner Familie in Kamerun unter die Augen zu treten und er sich, ohne ein Lebenszeichen erneut auf den gefährlichen Weg machte. Die Schande, die eine Heimkehr mit leeren Händen bedeutet, konnte ich damals noch nicht nachvollziehen.

Je mehr ich versuchte zu verstehen, desto weiter tauchte ich in die Dynamik einer kamerunischen Familie ein: Yves’ Geschwister, die nicht verstehen können, warum er nicht anruft, sein Vater, der ihm den Segen der Ahnen auf den Weg gibt, damit er reüssieren möge, und Yves, der es nicht wagt einzugestehen, dass der vielgeträumte Traum von Europa sich für ihn nicht zu erfüllen scheint. Yves’ Aufbruch gleicht einem unwiderruflichem Versprechen gegenüber der Familie im konkreten, als auch im spirituellen Sinne – eine Heilserwartung, die Yves nicht wagt zu enttäuschen.

Melanie Gärtner

Regie

Melanie Gärtner, Portrait

Melanie Gärtner studierte Ethnologie, Literatur und Journalismus in Frankfurt am Main und Berlin. Seit 2010 ist sie unter dem Label m-eilenweit als Filmemacherin und freie Autorin tätig. Zu ihren Themenschwerpunkten gehören Flucht und Migration, vor allem aus Afrika.

Ihre erste Arbeit „Im Land Dazwischen“ wurde mehrfach ausgezeichnet. Begleitend zum Film erschien das Buch „Grenzen am Horizont“ mit Reportagen über die Hintergrundgeschichten der Protagonisten. „Yves‘ Versprechen“ ist Melanie Gärtners erster abendfüllender Dokumentarfilm.

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